Tipps zur Einführung einer EDV-Pflegedokumentation im Seniorenheim

04.01.2012. Nachdem eine geeignete EDV-Pflegedokumentation ausgewählt wurde, sind mehrere Schritte notwendig, um ein solches Programm erfolgreich zu etablieren. Dazu müssen seitens des Pflegeheims vorhandene Strukturen überprüft sowie Zeit in Einarbeitung und Schulung der Mitarbeiter investiert werden.

 

PLANUNG

Die Leitungsebene plant die Umstellung:

  • Überprüfung der technischen Voraussetzungen (Hardware, gemanagtes W-Lan)
  • Auswahl geeigneter Pflegefachkräfte sowie eines günstigen Zeitpunkts (keine Urlaubszeit oder Feiertage)
  • Bestimmung eines ruhigen Übungsraums
  • Absprache mit der Verwaltung bezüglich möglicher Schnittstellen mit dem Verwaltungsprogramm (z.B. versorgungsfreie Zeiten).

Des Weiteren sollte

  • geklärt werden ob Schulungsinhalte über hausinterne Multiplikatoren oder über den EDV-Anbieter weitervermittelt werden
  • die Überlegung getroffen werden eine Pflegekraft zur Dateneingabe freizustellen
  • die Entscheidung getroffen werden, ob ein Übungsmandant angelegt und ob mit einzelnen Bewohnern oder einem Wohnbereich begonnen werden soll
  • besprochen werden, welche Voreinstellungen des Programms übernommen werden

Eine intelligente EDV-Pflegedokumentation zeichnet sich beispielsweise durch folgende Voreinstellungsmöglichkeiten aus:

  • Maßnahmenerstellung individuell auf den Bewohner anpassbar und mit Hinterlegung der MDK-Zeiten
  • Wahlmöglichkeit verschiedener Risikoerhebungen zu den Expertenstandards
  • Festlegung der Evaluationszeiträume nach Pflegerelevanz • Vergabe verschiedener Qualifikationsprofile mit unterschiedlichen Zugriffsrechten
  • Hinterlegung hausinterner Standards, die auf den jeweiligen Bewohner abgestimmt werden
  • Individualisierbarkeit verschiedener Tabellen (Lagerungsarten, Transfer etc)
  • Massnahmenplanung können als Leistungsketten vorbereitet werden (Kurzzeitpflege, mobilerer Bewohner PEG-Sonde)
  • Auswahl und Individualisierung vielfältiger Visitentypen

Diese Voreinstellungen müssen im Vorfeld überdacht und geplant werden.

 

SCHULUNG

Zur Vermittlung von fundiertem Basiswissen sollte ein Zeitraum von zwei bis drei Tagen veranschlagt werden. Hierzu empfiehlt sich eine Inhouse-Schulung in der Pflegeeinrichtung, die praxisnah aufgebaut ist und umfangreiche Übungen enthält. Optimal wäre es, jedem Schulungsteilnehmer einen eigenen Arbeitsplatz während der Schulung zur Verfügung zu stellen, um das Erlernte sofort umzusetzen. Schulungsziel kann sein, Multiplikatoren für die Pflegeeinrichtung auszubilden, die mit der Software vertraut sind und einrichtungsindividuelle Einstellungen im Programm durchführen können. Der Multiplikator sollte im engen Kontakt mit den Trainern der EDV-Firma stehen und sich über Neuerungen informieren. Somit wird gewährleistet, dass Multiplikatoren immer auf dem aktuellen Kenntnisstand sind und das Wissen an andere Pflegekräfte weitervermitteln können.

 

SCHULUNGSINHALTE

Schulungsinhalte werden auf die Besonderheiten der Einrichtung abgestimmt.

  • Erläuterung des Programmaufbaus sowie der integrierten Hilfefunktionen
  • Einführung in die Programminhalte über den Pflegeprozess
  • Einführung in Qualitätsmanagement und Controlling
  • Anlegen eines Bewohners
  • Erfassung von Bewohnerinformationen mittels Anamnese, Medikamentenverwaltung, Diagnosen, Vitalzeichen, Dokumente, Wunden und Risikomanagement nach Expertenstandards usw.
  • Planung über Pflegeplan und Leistungserfassung
  • Ausführung der Planung
  • Beurteilung der Planungseffektivität
  • Erläuterung der Sonderfunktionen (z.B. Soziales, Übersicht und Standardmanager)
  • Erläuterung einer möglichen hinterlegten integrierten MDK Qualitätsprüfung

Zu schnellem und nachhaltigem Erfolg führt die Schulung, wenn Leitung und Mitarbeiter des Pflegheims direkt im Anschluss an die Schulung mit dem Programm arbeiten. Besonders wichtig ist es, Zeitschienen einzuplanen, in denen in Ruhe Eingaben getätigt werden können.

Auf dieser Basis kann eine der wichtigsten Entscheidungen getroffen werden: In welchem Zeitraum wird die Umstellung vollzogen? Die Erfahrung zeigt, dass der Umstellungsprozess erfolgreicher ist, je kürzer und konsequenter die Umstellungsphase geplant ist.

Weitere Informationen: Gebr. Jung Informationssysteme GmbH, Horstschanze 17, 76829 Landau/Pf., Tel: 06341-917800, Email: info@gebr-jung.de.