Ernährung bei Diabetes in der Altenpflege

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat daher am 9.10.2010 mit der 16. Änderungsverordnung der Diätverordnung Regelungen zu spezifischen Anforderungen an diätetische Lebensmittel für Diabetiker aufgehoben und die Diätverordnung dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand angepasst. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand benötigen Personen mit Diabetes mellitus keine speziellen diätetischen Lebensmittel, da für sie inzwischen die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung gelten wie für die gesunde Allgemeinbevölkerung.

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Die richtige Ernährung kann in der Altenpflege den Unterschied bei Diabetes machen.

Auch die deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt eine ausgewogene Mischkost für Diabetiker. Nach letztem wissenschaftlichen Stand gibt es derzeit für eine fettmodifizierte, ballaststoffreiche Kost, aber auch für die traditionelle mediterrane Kost viele gut belegte Vorteile. Hinsichtlich kohlenhydrathaltiger Lebensmittel ist darauf zu achten, solche mit einer niedrigen blutzuckersteigernden Wirkung (niedriger GI) zu verzehren.

Ernährung planen

Oberstes Ziel bei der Ernährung des Diabetes Typ 2 sollte bei übergewichtigen Personen  eine Begrenzung der Energieaufnahme sein. Eine Vielzahl von Studien belegen, dass eine Gewichtsreduktion um 5-10%  die Glucosetoleranz deutlich verbessert und begleitende vaskuläre Risikofaktoren günstig beeinflusst werden. Eine Gewichtsreduktion erreicht man vor allem durch energiereduzierte Mischkost und mediterraner Kost (fettarme Speisen, wenig Fleisch, viel Gemüse) in  Kombination mit gesteigerter Bewegung. Daher ist es eine  wichtige  Prophylaxe in der Pflege, Nahrungsaufnahme, Bewegung und medikamentöse Therapie in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Dabei hilft Ihnen unsere intelligente Pflegedokumentationssoftware, der PflegeOrganizer.

Zuckeraustauschstoffe können bei der Gewichtsreduzierung behilflich sein. Fructose und Sorbit können allerdings in größeren Verzehrmengen den Blutfettwert ansteigen lassen oder durch wasserziehende Eigenschaften Folgeerkrankungen begünstigen.

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Der PflegeOrganizer ermittelt den Kalorienbedarf und rechnet die Prozentzahlen der verordneten Kohlenhydrate, Fette und Proteine direkt in Gramm um. Diese Informationen wird in Echtzeitan die Küche übermittelt.

Ernährungsempfehlung

Kohlenhydrate: 40-60 Prozent der Gesamtenergie

Bevorzugt komplexe Kohlenhydrate, die ballaststoffreich sind und einen niedrigen Glucoseindex aufweisen (Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte). Kohlenhydrate werden je nach ihrer Beschaffenheit unterschiedlich schnell aufgenommen. Dies ist hängt von vielen Randbedingungen ab. Da die meisten Mahlzeiten verschiedene Nahrungsmittel gleichzeitig enthalten, neutralisiert sich der Effekt eines einzelnen Kohlenhydrats meist weitgehend.

Fett: 30-40 Energieprozent. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren sollte dabei unter 10 liegen.

Bevorzugt werden einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (pflanzliche Fette, fettarme Fleisch und Wurstwaren, Seefisch und Milchprodukte). Eine hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren wirkt sich nachteilig auf die Insulinsensitivität aus.

Protein: 10-20 Energieprozent.

Bevorzugt werden fettarme und/oder  pflanzliche Proteinquellen (mageres Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte). Sollte schon eine diabetische Nierenschädigung  vorliegen, fördert eine hohe Proteinzufuhr ihre Progression. Deshalb sollte bei einer nachgewiesenen Mikroalbuminurie die Proteinzufuhr reduziert werden auf 0,8g/kg Körpergewicht.

Ballaststoffe sollten ca. 30 g am Tag aufgenommen werden. In Deutschland berechnet man die Kohlenhydrate bei Diabetikern gern in BE (Broteinheiten) um die Menge der Kohlenhydrate in der Nahrung überschaubar zu machen. Ein BE entspricht 10-12 Gramm Kohlenhydraten.

Beate Müller

Frau Müller ist staatlich geprüften Krankenschwester mit Zusatzausbildung zur Fachschwester. Nach der Ausbildung zur Stationsleitung und 15 Jahren Erfahrung in der Intensivmedizin kam der Wechsel zur ambulanten Altenpflege. Frau Müller absolvierte eine Zusatzausbildung im Wundmanagement und hat 20 Jahre Erfahrung in der Altenpflege.