Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus

Der Diabetes mellitus kann bei schlechter Einstellung Folgeerkrankungen verursachen. Die erhöhten Blutzuckerwerte (Glucosewerte) schädigen die kleinen und großen  Blutgefäße (Mikro- und Makroangiopathie) ebenso wie die Nerven. Folgeschäden treten vor allem bei längerfristig unbehandeltem oder schlecht eingestelltem Diabetes in der Altenpflege auf. Die wichtigsten Folgeerkrankungen sind:

Herz-Kreislauferkrankungen

Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte sowie ein erhöhter HbA1c Wert sind Risikofaktoren für eine koronare Herzerkrankung. Besonders gefährdet für Herzerkrankungen sind Menschen, die gleichzeitig auch an Bluthochdruck(Hypertonie) leiden.

Die Schädigung kleiner (diabetische Mikroangiopathie) und großer (diabetische Makroangiopathie) Blutgefäße führt im gesamten Organismus zu einer Verschlechterung der Durchblutung. Davon betroffen sind auch die Blutgefäße des Herzens (Herzkranzgefäße) und die großen Schlagadern, wie z.B. die Halsschlagadern. Als Folge erleiden Diabetes-Patienten öfter einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, leiden an Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit oder einer peripheren arteriellen Verschlusserkrankung. Die koronare Herzerkrankung führt häufig zu einer Herzmuskelerkrankung (diabetische Kardiomyopathie).
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken, ist bei Diabetikern um das 4 bis 5-fache höher.

Der PflegeOrganizer erstellt für Sie automatisch Statistiken und Auswertungen zu Folgeerkrankungen

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Nierenerkrankung (Diabetische Nephropathie)

Die oben geschriebene Schädigung der kleinen Blutgefäße kann auch zu Nierenschäden führen. Auch hier beschleunigt eine Hypertonie  die Entwicklung einer Nierenerkrankung. Die erkrankte Niere verliert einen Teil ihrer Filterfunktion, dadurch entwickelt sich eine Niereninsuffizienz. Ein erstes Zeichen ist die Ausscheidung von Eiweiß im Urin(Mikroalbuminurie). Folgen der diabetischen Nierenschädigung können Fettstoffwechselstörungen, Ödeme, Blutarmut, bis hin zum chronischen Nierenversagen sein. In Europa sind 50% aller Dialysepatienten Diabetiker.

Augenerkrankungen (Diabetische Retinopathie)

Die Schädigung der kleinen (diabetische Mikroangiopathie) Blutgefäße  in der Netzhaut( Retina) führt zu Durchblutungsstörungen. Der Diabetiker sieht immer schlechter, bis hin zur Erblindung. Ein hoher Blutdruck verschlechtert auch hier den Verlauf der Netzhautschädigung.

Nervenschädigung(diabetische Polyneuropathie)

Bei ca. der  Hälfte der Diabetiker kommt es zu Nervenschädigungen (Polyneuropathie). Hier unterscheidet man zwei Formen.
Die periphere Polyneuropathie (Schädigung des sensiblen oder motorischen Nervensystems) und die autonome Polyneuropathie (Schädigung des vegetativen bzw. unwillkürlichen Nervensystems).
Bei der so genannten peripheren Polyneuropathie leiden die Patienten unter Schmerzen, Taubheitsgefühl und Muskelschwäche bis hin zur Muskellähmung, vor allem in den Füßen und Unterschenkeln. Teilweise entwickelt sich hieraus ein diabetischer Fuß.

Ist das vegetative Nervensystem (autonome Polyneuropathie) betroffen, kann es unter anderem zu Herzrasen, Störungen der Darmbewegung, dadurch zu Verstopfung, Störungen der Magenentleerung, Übelkeit,  Entleerungsstörungen der Blase und daraus Blaseninfektionen, Erektionsstörungen und vermehrtem Schwitzen kommen.

Diabetischer Fuß

Diabetesbedingte Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen können bei kleinen Verletzungen oder Druckstellen an den Füßen zu Wundheilungsstörungen führen. Die Ulzera können sich ausbreiten, infizieren und zum Absterben von Gewebe (Nekrose) führen. Oft bleibt nur noch die Amputation der betroffenen Extremität, um das Leben des Erkrankten zu retten.

Beate Müller

Frau Müller ist staatlich geprüften Krankenschwester mit Zusatzausbildung zur Fachschwester. Nach der Ausbildung zur Stationsleitung und 15 Jahren Erfahrung in der Intensivmedizin kam der Wechsel zur ambulanten Altenpflege. Frau Müller absolvierte eine Zusatzausbildung im Wundmanagement und hat 20 Jahre Erfahrung in der Altenpflege.